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Mi 23.09.2009 14:09

Kanalbau in Marksuhl

Seit dem 18. Mai 2009 wird in der Ortslage Marksuhl an der Umsetzung des Abwasserbeseitigungskonzeptes gearbeitet. Den Bauarbeiten gingen Planungen für eine neue Entwässerungseinrichtung seit 1991 voraus. Die Ziele und Rahmen-bedingungen für die Siedlungswasserwirtschaft werden durch Gesetze und Verordnungen vom Staat vorgegeben. Inzwischen ist nicht nur Bundes- und Landes- sondern auch EU-Recht zu berücksichtigen. Die maßgeblichen Rechtsgrundlagen werden ständig geändert. Dies hat Folgen für die konkrete Bauplanung.

Anfang der 90er Jahre wurden noch große Entwässerungsgebiete mit entsprechend großen und teueren Kläranlagen geplant. So sollte für die Entwässerung des gesamten Suhltals von Kupfersuhl bis nach Berka/Werra - Gerstungen eine Sammelleitung verlegt und ein großes Klärwerk an der Werra gebaut werden. Inzwischen ist klar, daß kleinere Einheiten bedeutend kostengünstiger errichtet und betrieben werden können, ohne Abstriche bei der Reinigungsleistung.

Das Abwasserbeseitigungskonzept für die Gemeinde Marksuhl wurde laufend der technischen Entwicklung und den rechtlichen Vorgaben angepasst. Der Gemeinderat hat am 29.09.2005 das Abwasserbeseitigungskonzept (ABK) beschlossen, das nun verwirklicht wird. Über die wesentlichen Ziele und Kosten wurde in den Marksuhler Nachrichten am 20.10.2005 berichtet.

Auf der Grundlage dieses ABK wurde in den Jahren 2005 und 2006 die Globalkalkulation erstellt. Auf deren Grundlage werden die Kosten der Herstellung und des Betriebs auf einmalige Beiträge und Gebühren verteilt. Ein Ergebnis der Globalkalkulation ist die Beitragssatzung zur Entwässe-rungssatzung, die am 21.12.2006 vom Gemeinderat beschlossen und durch Bescheid der Kommunalaufsicht vom 17.01.2007 genehmigt wurde. Die Beitragssatzung wurde in den Marksuhler Nachrichten vom 15.02.2007 veröffentlicht.

Abwasserbeseitigungskonzept und Ausführungsplanung werden laufend fortgeschrieben und dem technischen Stand angepasst. Zuletzt hat sich der Gemeinderat am 28.05.2009 mit der Fortschreibung befasst, in den Marksuhler Nachrichten vom Juni 2009 wurde berichtet.

Die Finanzierung des Kanalbaus ist nur mit Fördermitteln möglich. Das Förderprogramm wird von der Thüringer Aufbaubank verwaltet. Der erste Zuwendungsbescheid für den Bauabschnitt 2008 ging am 16.12.2008 in der Gemeinde-verwaltung ein. Die Baumaßnahme durfte erst nach Eingang des Zuwendungsbescheides begonnen werden.

Derzeit wird am Bauabschnitt 2008 gearbeitet. Entsprechend wird sich voraussichtlich die Umsetzung der in das Förderprogramm übernommenen Bauabschnitte verschieben.

Die vorgesehenen Bauabschnitte gemäß Förderprogramm sind in den Marksuhler Nachrichten Nr. 10 vom 17. September 2009 aufgeführt.

Die geplanten Bauabschnitte können nur durchgeführt werden, wenn die Fördermittel in beantragter Höhe rechtzeitig bewilligt werden und die Kofinanzierung der Gemeinde gesichert ist.

Der Kanalbau im Bauabschnitt 2008 wird überwiegend im grabenlosen Rohrvortrieb durchgeführt. Dieses Verfahren ist bei dem schwierigen Baugrund und der grenzständigen Bebauung in der Berkaer und Vachaer Straße günstiger als offene Bauweise. Von der zentralen Preßgrube auf dem Markt wird auch der Anschluss in Richtung Bahnhofstraße hergestellt. Auf der Trasse des ehemaligen Mühlgrabens wird der Kanal in Richtung alte Kläranlage im Riete in offener Bauweise verlegt. Zunächst werden die vorhandenen Entwässerungsleitungen in der Bahnhofstraße, Eisenacher Straße, Berkaer Straße sowie Vachaer Straße an den neuen Kanalabschnitt angeschlossen.

Im Abschnitt FP 2009 (Ausführung 2010/2011) ist der Bau des Regenüberlaufbeckens mit dem Bau des Zulaufkanals für die Kläranlage geplant. Das Regenüberlaufbecken hat die Aufgabe, bei Regenfällen das verdünnte Mischwasser zu speichern um eine Überlastung der Kläranlage zu vermeiden. Vom Regenüberlaufbecken wird ein Zulaufkanal mit einem Durchmesser von lediglich 250 mm zur Kläranlage verlegt. Im Abschnitt FP 2010 (voraussichtliche Ausführung 2011/2012) ist der Bau der neuen Kläranlage gegenüber dem Flachsilo neben der Suhlbrücke zwischen Marksuhl und Baueshof vorgesehen.

Die Baumaßnahmen werden von Herrn Kallenbach in der Bauverwaltung der Gemeinde betreut. Während der Sprechzeit der Bauverwaltung können die Planungsunterlagen eingesehen werden. Nach der Fertigstellung einzelner Bauabschnitte einschließlich Anschluss der anliegenden Grundstücke werden von den angeschlossenen Grundstücken auf der Grundlage der Beitragssatzung zur Entwässe-rungssatzung Beiträge gefordert. Die ersten Beiträge werden voraussichtlich im Jahre 2010 entstehen. Es ist vorgesehen, die betroffenen Eigentümer in gesonderten Veranstaltungen mit der Beitragsberechnung und den Gestaltungsmöglichkeiten der Beitragserhebung vertraut zu machen.